Konzept

Der thematische Fokus der Ringvorlesung liegt auf ökonomischen Fragestellungen unserer Zeit. Der Wunsch nach einer tiefergehenden Beschäftigung mit gesellschaftlichen Fragen ist für viele Studierende der Volkswirtschaftslehre eine wichtige Motivation bei der Studienwahl. Im Studium selbst erhalten sie auf diese Fragen jedoch oft keine zufriedenstellenden Antworten, da der Fokus der Lehre auf der Vermittlung von Standardtheorien und mathematisch-methodischen Fähigkeiten liegt. Die Enttäuschung darüber führt teils sogar zum Abbruch des Studiums.

Die Ringvorlesung greift diese Problematik auf und kommt dem Bedürfnis der Studierenden nach einer kritischen Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen nach. Zum anderen wird die Möglichkeit geboten, sich kritisch mit der Standardtheorie auseinanderzusetzen und über diese hinaus einen Einblick in die Theorienvielfalt der volkswirtschaftlichen Disziplin zu erhalten.

Zu Beginn der Vorlesungsreihe erhalten die Teilnehmenden eine Einführung in die Plurale Ökonomik, setzen sich beispielhaft anhand der Wirtschaftswissenschaften mit den Begriffen Theorienvielfalt und Pluralität auseinander, welche für alle Wissenschaften von Bedeutung sind. Im Anschluss wird die vorherrschende Theorie der Neoklassik in zwei Sitzungen behandelt, indem sie zunächst wissenschaftstheoretisch untersucht, im Gesamtgefüge der Theorienvielfalt eingeordnet und innerhalb der nächsten Sitzung aus philosophisch-normativer Perspektive beleuchtet wird. Hierdurch sollen die Teilnehmenden ein bewussteres Verständnis von der Dominanz und Wirkungsweise der Standardtheorie innerhalb der Forschung, vor allem aber innerhalb der Lehre erhalten.

Die folgenden Sitzungen widmen sich alternativen ökonomischen Denkschulen sowie aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen. So wird beispielsweise das Thema Ungleichheit aus marxistischer Perspektive analysiert sowie die Postwachstumsökonomie als alternatives Wirtschaftssystem ohne Wachstumszwang und Ausbeutung natürlicher Ressourcen dargestellt. Dabei erfüllen die einzelnen Vorträge keinesfalls einen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern haben vorrangig das Ziel, Interesse zu wecken und den Teilnehmenden einen ersten Anhaltspunkt für individuelle Weiterbildung liefern.

Zur Ringvorlesung sind Studierende aller Fachrichtungen eingeladen. Die Veranstaltung wird im Bereich „Studium Integrale“ angeboten und damit für alle Bachelor-Studierende anrechenbar sein. Als Prüfungsleistung verfassen die Studierenden ein mehrseitiges Essay, welches eine Auseinandersetzung mit den beigewohnten Vorträgen verlangt. Die Veranstaltung ist öffentlich, richtet sich an alle Interessierten innerhalb und außerhalb der Universität.

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