Alle Videos, Artikel und Präsentationen

12 Veranstaltungen, über 1000 Besucherinnen und Besucher, 99 Prüfungsleistungen – die Ringvorlesung „Polarschmelze, Polarisierung, Pluralismus – Ökonomische Fragestellungen unserer Zeit“ an der Universität zu Köln im Sommersemester 2017, die eigenständig von Studierenden organisiert wurde, war sehr gefragt. In diesem Beitrag bündeln wir das Material, das im Zuge der Durchführung entstanden ist: Videoaufzeichnungen der Vorträge, Artikel über die Veranstaltungen und Präsentationsfolien. Weiterlesen „Alle Videos, Artikel und Präsentationen“

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Ein bisschen mehr grundlegende Realität, bitte.

Von Lara Marie Müller

Haben Ökonomen eine gesellschaftliche Verantwortung? Wenn ja, wie sollten sie diese wahrnehmen?

„Ich wollte die Welt verbessern. Ich dachte: Am Besten kann man das mit der VWL.“ Das sagt Christian Kastrop. Der Mann mit den grauen Locken und wachem Blick lächelt ein wenig wehmütig. Er hat eine Karriere als Politikberater hingelegt. Heute arbeitet er als wirtschaftlicher Berater bei der OECD. Ob er da die Welt besser macht? Sein Blick legt nahe, dass er sich nicht so sicher ist. Er sitzt auf dem Podium bei der letzten Veranstaltung der Ringvorlesung. Heute geht es um keine spezifische Wirtschaftstheorie sondern um die Frage, was VWLer generell erreichen können und sollten. Neben Kastrop sitzen Felix Bierbrauer – Prof an der Uni Köln -, Philipp Markus – Student an der Uni Köln – und Lukas Beckmann – Mitgründer der Partei die Grünen – auf dem Podium. Weiterlesen „Ein bisschen mehr grundlegende Realität, bitte.“

Wie wir unser Gewissen rein kaufen

Von Lara Marie Müller und Louisa Schmidt

Der Klimawandel wird vermutlich die Zukunft unserer Kinder enorm erschweren. Aber wir unternehmen nichts, sondern tragen weiter zu ihm bei. Unser vermeintlich nachhaltiger Lebensstil reinigt nur unser Gewissen. Ein Bekenntnisprotokoll.

Die Erde erwärmt sich, das ist wissenschaftlich gesichert. Forscher gehen davon aus, dass der Klimawandel zu massiver Migration, Kriegen um Ressourcen und mehr Armut führen wird. Momentan entscheide sich anhand unseres Verhaltens, in welcher Zukunft unsere Kinder leben werden, sagte schon Uwe Schneidewind vor einigen Wochen in unserer Ringvorlesung. Und auch Niko Paech ist der Ansicht: Der Klimawandel ist das drängendste Problem unserer Zeit.

Und: Paech geht einen drastischen Schritt weiter. Er betont, dass neue, grüne Technologien nicht viel bringen. “Es gibt keine nachhaltigen Produkte”, sagt er. “Es gibt nur nachhaltige Lebensstile.” Weiterlesen „Wie wir unser Gewissen rein kaufen“

Das BIP diskriminiert mich *heul*

Von Lara Marie Müller

Ja, ok, ich geb’s zu: Die Aussage in der Überschrift ist zugespitzt. Das BIP – also das Bruttoinlandsprodukt – kann niemanden diskriminieren, auch mich nicht, denn es ist bloß eine Zahl. Es misst die Produktivität eines Landes. Aber es wird als Indikator für die Entwicklung eines Landes verwendet. Und das ist sehr wohl diskriminierend. Und zwar nicht nur für mich.

Das BIP wird sehr oft herangezogen, um den wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands zu belegen. Genauso beliebt ist es im Vergleich der Wirtschaftsstärke verschiedener Länder. Dabei misst es nur gewisse Dinge und lässt andere, die auch Einfluss auf die Wirtschaft haben, komplett außer Acht. In der letzten Ringvorlesung hat Hans Diefenbacher erklärt, warum das BIP für die Messung von Wohlfahrt nicht geeignet ist. Er kritisierte es umfassend und zeigte auch: Es ist blind für sehr viele Dinge die mich ausmachen.

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Steigt das BIP, obwohl es uns nicht besser geht?

Von Lara Marie Müller

Hans Diefenbacher errechnet mit dem Nationalen Wohlfahrtsindex (NWI) eine Alternative zum Bruttoinlandsprodukt (BIP). Obwohl das BIP in den letzten Jahren stieg, blieb der NWI ungefähr gleich. Was ist da los?

„Das Bruttoinlandsprodukt ist als Wohlfahrtsmaß nicht so gut geeignet“, sagt der kleine, grauhaarige und gewitzt aussehende Mann vorne im Hörsaal. Hans Diefenbacher lächelt bescheiden, denn seine Aussage ist viel zu vorsichtig. Der Professor ist an die Uni Köln gekommen, um seinen eigenen Wohlfahrtsindex vorzustellen. Die Argumente, die er gegen das Bruttoinlandsprodukt (BIP) als Wohlfahrtsmaß anbringt, sind ziemlich vernichtend.

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11. Sitzung: Niko Paech: Streifzüge durch die Welt ohne Wachstum (Postwachstumsökonomik)

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Update: Die Videoaufzeichnung des Vortrags gibt es nun bei youtube.

Hier könnt ihr die Videoaufzeichnung auf den Servern der Uni Köln anschauen und das Layout selbst bestimmen.

Die Folien zum Vortrag findet ihr hier.

Hier findet ihr einen Bericht sowie einen 82-Sekunden-Zusammenschnitt zum Vortrag.

Der Klimawandel, Schuldenkrisen, die Verknappung jener Ressourcen, auf deren kostengünstiger Verfügbarkeit das industrielle Wohlstandsmodell bislang basierte, sowie Befunde der Glücksforschung zeigen, dass die Wachstumsparty vorbei ist. Folglich sind die Möglichkeiten einer Postwachstumsökonomie auszuloten. Demnach ist ein prägnanter Rückbau geldbasierter Versorgungssysteme vonnöten. Suffizienz, moderne Subsistenz und kürzere Versorgungsketten werden dann wichtige Gestaltungsoptionen sein. Zudem ist die Postwachstumsökonomie durch Sesshaftigkeit gekennzeichnet, also durch Glück ohne Kerosin.

Niko Paech ist deutschlands bekanntester Wachstumskritiker, Vordenker einer Postwachstumsökonomie und Professor für Plurale Ökonomik in Siegen.

Mittwoch, 12.07.2017, 17:45 – 19:15 Uhr, Hörsaal XXV im WiSo-Gebäude der Universität zu Köln

>>> Link zur Facebook-Veranstaltung

„Der Klimawandel ist eine ökonomische Frage“

Uwe Schneidewinds Appell ist deutlich: An unserer Wirtschaft muss sich etwas ändern. Von Ökonomen fordert er, sich stärker einzumischen – wie es die Autoren der Bücher tun, die er vorstellt.

Von Louisa Schmidt und Julian Rodemann

Es ist das Jahr 2100. Dürren, Stürme und Überschwemmungen haben im globalen Süden etliche Millionen Menschen getötet, eine humanitäre Katastrophe folgt auf die nächste. Die Kriegsgräuel des 20. Jahrhunderts? Erscheinen wie ein Pappenstiel. Anders sieht es im Norden aus: Die Industriestaaten stecken den Klimawandel, der Technik sei Dank, ohne größere Probleme weg. Bloß die Grenzen, die haben sie dichtgemacht. Und die Augen zu.

Unsere Urenkel fragen sich: Auf welcher Seite standen Uroma und Uropa damals wohl, als es noch nicht zu spät war? Gehörten sie zu den Ignoranten? Oder zu denen, die gekämpft haben?

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