Video Podiumsdiskussion: „Was ist die gesellschaftliche Verantwortung von Ökonominnen und Ökonomen?“, Abschlusssitzung, 19. Juli 2017

Den Bericht über die Veranstaltung „Ein bisschen mehr grundlegende Realität, bitte.“ findet ihr hier.

>>> Link zum youtube Video

Was können und sollen Ökonominnen und Ökonomen leisten? Darüber diskutieren vier Experten aus unterschiedlichen Bereichen in der Abschlusssitzung unserer Ringvorlesung. Kann ökonomische Forschung das Leben von Menschen verbessern? Sollte sie Gesetzmäßigkeiten studieren oder über Alternativen zum bestehenden System nachdenken? Und wie sollten ökonomische Erkenntnisse in den öffentlichen Diskurs eingebracht werden? Darüber, und über zentrale Themen aus den eingereichten Essays der Studierenden, diskutieren:

  • Lukas Beckmann. Er war bis März 2017 Vorstandsmitglied für die GLS Treuhand und zuvor in verschiedenen Positionen für Bündnis 90/Die Grünen tätig, die er mit gegründet hat.
  • Felix Bierbrauer. Er ist Professor für Public Economics und Direktor des Finanzwissenschaftlichen Forschungsinstituts an der Univeristät zu Köln.
  • Christian Kastrop. Er ist Direktor der Abteilung für wirtschaftspolitische Studien der OECD und zuvor im Bundesministerium der Finanzen tätig.
  • Philipp Markus. Er studiert Volkswirtschaftslehre an der Universität zu Köln und ist Mitorganisator der Ringvorlesung „Polarschmelze, Polarisierung, Pluralismus“.

Moderiert wird die Veranstaltung von Susanne Dröge, Senior Fellow der Forschungsgruppe Globale Fragen der Stiftung Wissenschaft und Politik mit dem Schwerpunkt Klimapolitik.

 

Ein bisschen mehr grundlegende Realität, bitte.

Von Lara Marie Müller

Haben Ökonomen eine gesellschaftliche Verantwortung? Wenn ja, wie sollten sie diese wahrnehmen?

„Ich wollte die Welt verbessern. Ich dachte: Am Besten kann man das mit der VWL.“ Das sagt Christian Kastrop. Der Mann mit den grauen Locken und wachem Blick lächelt ein wenig wehmütig. Er hat eine Karriere als Politikberater hingelegt. Heute arbeitet er als wirtschaftlicher Berater bei der OECD. Ob er da die Welt besser macht? Sein Blick legt nahe, dass er sich nicht so sicher ist. Er sitzt auf dem Podium bei der letzten Veranstaltung der Ringvorlesung. Heute geht es um keine spezifische Wirtschaftstheorie sondern um die Frage, was VWLer generell erreichen können und sollten. Neben Kastrop sitzen Felix Bierbrauer – Prof an der Uni Köln -, Philipp Markus – Student an der Uni Köln – und Lukas Beckmann – Mitgründer der Partei die Grünen – auf dem Podium. Weiterlesen „Ein bisschen mehr grundlegende Realität, bitte.“

Video Theresa Steffestun: „Wirtschaftstheorie als Geisteswissenschaft – Grundfragen der Ökonomie“, 5. Sitzung, 17. Mai 2017

screen steffestun

>>> Link zum youtube Video

Hier könnt ihr die Videoaufzeichnung auf den Servern der Uni Köln anschauen und das Layout selbst bestimmen.

Den Bericht über die Veranstaltung „Die Peripherie der Peripherie“ findet ihr jetzt hier.

Was ist Quelle, was die Grenze wirtschaftstheoretischer Erkenntnis? Mit Friedrich Wieser, einem der Begründer der österreichischen Schule, möchte dieser Vortrag Grundfragen der Wirtschaftswissenschaften aufwerfen. Diese sind heute aktuell wie vor hundert Jahren, als Wieser mit einer bemerkenswerten Verbindung von Methodologie und Gesellschaftstheorie die Grundlage für sein Verständnis von Wirtschaftstheorie legte. Dieser Vortrag möchte dazu einladen, die Diskussionen um die Begründung einer pluralen und transformativen Wirtschaftswissenschaft mit diesen und weiteren Grundfragen neu zu greifen und zu vertiefen.

Theresa Steffestun, (M.A.), ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Ökonomie an der Cusanus Hochschule in Bernkastel-Kuesund Gründungsmitglied des Netzwerks Plurale Ökonomik.

Wie wir unser Gewissen rein kaufen

Von Lara Marie Müller und Louisa Schmidt

Der Klimawandel wird vermutlich die Zukunft unserer Kinder enorm erschweren. Aber wir unternehmen nichts, sondern tragen weiter zu ihm bei. Unser vermeintlich nachhaltiger Lebensstil reinigt nur unser Gewissen. Ein Bekenntnisprotokoll.

Die Erde erwärmt sich, das ist wissenschaftlich gesichert. Forscher gehen davon aus, dass der Klimawandel zu massiver Migration, Kriegen um Ressourcen und mehr Armut führen wird. Momentan entscheide sich anhand unseres Verhaltens, in welcher Zukunft unsere Kinder leben werden, sagte schon Uwe Schneidewind vor einigen Wochen in unserer Ringvorlesung. Und auch Niko Paech ist der Ansicht: Der Klimawandel ist das drängendste Problem unserer Zeit.

Und: Paech geht einen drastischen Schritt weiter. Er betont, dass neue, grüne Technologien nicht viel bringen. “Es gibt keine nachhaltigen Produkte”, sagt er. “Es gibt nur nachhaltige Lebensstile.” Weiterlesen „Wie wir unser Gewissen rein kaufen“

Video Niko Paech: „Streifzüge durch die Welt ohne Wachstum (Postwachstumsökonomik)“, 12. Sitzung, 12. Juli 2017

>>> Link zum youtube-Video

screen paech

Hier könnt ihr die Videoaufzeichnung auf den Servern der Uni Köln anschauen und das Layout selbst bestimmen.

Die Folien zum Vortrag findet ihr hier.

Ressourcen, auf deren kostengünstiger Verfügbarkeit das industrielle Wohlstandsmodell bislang basierte, sowie Befunde der Glücksforschung zeigen, dass die Wachstumsparty vorbei ist. Folglich sind die Möglichkeiten einer Postwachstumsökonomie auszuloten. Demnach ist ein prägnanter Rückbau geldbasierter Versorgungssysteme vonnöten. Suffizienz, moderne Subsistenz und kürzere Versorgungsketten werden dann wichtige Gestaltungsoptionen sein. Zudem ist die Postwachstumsökonomie durch Sesshaftigkeit gekennzeichnet, also durch Glück ohne Kerosin.

Niko Paech ist deutschlands bekanntester Wachstumskritiker, Vordenker einer Postwachstumsökonomie und Professor für Plurale Ökonomik in Siegen.

Abschluss: Podiumsdiskussion: Was ist die gesellschaftliche Verantwortung von Ökonominnen und Ökonomen?

Cover-Abschluss2

Update:  Den Bericht über die Veranstaltung „Ein bisschen mehr grundlegende Realität, bitte.“ findet ihr hier.

Die Videoaufzeichnung der Veranstaltung gibt es hier bei YouTube.

Was können und sollen Ökonominnen und Ökonomen leisten? Darüber diskutieren vier Experten aus unterschiedlichen Bereichen in der Abschlusssitzung unserer Ringvorlesung. Kann ökonomische Forschung das Leben von Menschen verbessern? Sollte sie Gesetzmäßigkeiten studieren oder über Alternativen zum bestehenden System nachdenken? Und wie sollten ökonomische Erkenntnisse in den öffentlichen Diskurs eingebracht werden? Darüber, und über zentrale Themen aus den eingereichten Essays der Studierenden, diskutieren:

  • Lukas Beckmann. Er war bis März 2017 Vorstandsmitglied für die GLS Treuhand und zuvor in verschiedenen Positionen für Bündnis 90/Die Grünen tätig, die er mit gegründet hat.
  • Felix Bierbrauer. Er ist Professor für Public Economics und Direktor des Finanzwissenschaftlichen Forschungsinstituts an der Univeristät zu Köln.
  • Christian Kastrop. Er ist Direktor der Abteilung für wirtschaftspolitische Studien der OECD und zuvor im Bundesministerium der Finanzen tätig.
  • Philipp Markus. Er studiert Volkswirtschaftslehre an der Universität zu Köln und ist Mitorganisator der Ringvorlesung „Polarschmelze, Polarisierung, Pluralismus“.

Moderiert wird die Veranstaltung von Susanne Dröge, Senior Fellow der Forschungsgruppe Globale Fragen der Stiftung Wissenschaft und Politik mit dem Schwerpunkt Klimapolitik.

Mittwoch, 19.07.2017, 17:45 – 19:15 Uhr, Hörsaal XXV im WiSo-Gebäude der Universität zu Köln

>>> Link zur Facebook-Veranstaltung

Bildrechte:
Lukas Beckmann: CC BY-SA 2.0, boellstiftung @ flickr.
Felix Bierbrauer: (c) Lisa Beller für Uni Köln.
Christian Kastrop: (c) Hertie School of Governance, Berlin.
Philipp Markus: Privat.
Susanne Dröge: (c) SWP, Berlin.

Das BIP diskriminiert mich *heul*

Von Lara Marie Müller

Ja, ok, ich geb’s zu: Die Aussage in der Überschrift ist zugespitzt. Das BIP – also das Bruttoinlandsprodukt – kann niemanden diskriminieren, auch mich nicht, denn es ist bloß eine Zahl. Es misst die Produktivität eines Landes. Aber es wird als Indikator für die Entwicklung eines Landes verwendet. Und das ist sehr wohl diskriminierend. Und zwar nicht nur für mich.

Das BIP wird sehr oft herangezogen, um den wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands zu belegen. Genauso beliebt ist es im Vergleich der Wirtschaftsstärke verschiedener Länder. Dabei misst es nur gewisse Dinge und lässt andere, die auch Einfluss auf die Wirtschaft haben, komplett außer Acht. In der letzten Ringvorlesung hat Hans Diefenbacher erklärt, warum das BIP für die Messung von Wohlfahrt nicht geeignet ist. Er kritisierte es umfassend und zeigte auch: Es ist blind für sehr viele Dinge die mich ausmachen.

Weiterlesen „Das BIP diskriminiert mich *heul*“